
Der Naturbernstein ist vor etwa 50 Millionen Jahren durch das Abtropfen eines Naturharzes von einer speziellen Baumart entstanden. Es erstarrte und erhärtete vermutlich relativ schnell durch Verdunstung leichtflüchtiger Bestandteile, Polimerisation und Oxydation. Man weiß nicht genau, wie viel Zeit verging, bis ein Harzklumpen endgültig erhärtete, also zu einem Bernsteinstück wurde. Vermutlich waren dazu Hunderttausende von Jahren erforderlich. Er erhält in komplizierten Polymeren gebunden vorrangig Kohlenstoff (67- 81%), Wasserstoff und Sauerstoff, sowie durch Beimengungen weitere Elemente wie z.B. Schwefel, Stickstoff oder Aluminium.
Bernsteinharz wurde wahrscheinlich in unvorstellbar großen Mengen gebildet. Das lag aber nicht daran, dass die einzelnen Bernsteinbäume einen ungewöhnlichen Harzfluss zeigten oder ungemein häufig waren. Ursache für die großen Harzmengen war vielmehr jener geologische Zeitraum, der für die Bernsteinbildung zur Verfügung stand. Man kann dabei durchaus mit zehn Millionen Jahren rechnen- erdgeschichtlich gesehen keine lange Etappe.
Innerhalb dieser Zeit konnten, rein theoretisch, auf einem „Bernsteinland“ einer Größe von 200 x 200 Kilometern (40.000 km²) etwa 4.000 Millionen Tonnen Bernstein entstehen, eine Masse von über vier Kubikkilometern.
Dabei brauchten pro Jahr und Quadratkilometer nur zehn Kilogramm Bernstein gebildet zu werden! Diese Ansatzwerte sind kaum zu hoch gewählt. Von dem tatsächlich gebildeten Bernstein blieb nur ein winziger Bruchteil erhalten. Lag er nach seiner Entstehung lange Zeit an der Erdoberfläche, so begann er zu verwittern. Nur jener Bernstein, der beständig unter Luftabschluss blieb, also im feuchten Waldboden oder am Grunde von Gewässern lagerte, blieb unverändert. (aus „Bernstein- Gold des Meeres“ von R. Reinicke)